posticon Marlene in Bolivien

Hallo ihr Lieben,

hier wie versprochen ein Eintrag zu meinem Tages- bzw. Wochenablauf.

Um 6:30 Uhr fängt der Tag mit dem Morgengebet an. Vorher ist es meine Aufgabe, das Wasser aufzusetzen und den Tisch zu decken. Nach dem Frühstück bleibt meistens noch Zeit schon mal das Mittagessen vorzubereiten, das Essen für die Hunde zu kochen oder die Blumen zu gießen.

Montags, mittwochs und freitags arbeite ich von 9:00-12:00 Uhr im Kindergarten „Mariano“. Dort unterstütze ich die Lehrerin in der Vorschulklasse. Die Klasse besteht aus 30 Kindern im Alter von 5-6 Jahren. Neben dem Spielen, lernen die Kinder auch schon schreiben. Meistens helfe ich beim Blätter austeilen, beim Malen, erkläre Aufgaben oder frage die Kinder Zahlen ab. Jeden Morgen freue ich mich in die Klasse zu kommen, denn ich werde immer mit einem freundlichen „Buen día Marlene“ begrüßt. Die Kinder sind mir jetzt schon sehr ans Herz gewachsen und ich bin echt traurig, dass sie nach den Sommerferien im Februar in die Grundschule kommen werden.

 

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Dienstags helfe ich von 7:30-12:00 Uhr in drei verschiedenen Englisch Klassen mit. Anfangs saß ich meistens nur neben der Lehrerin und habe ab und zu mal eine Aufgabe vorgelesen. Mittlerweile leite ich aber schon selber Aufgaben an und helfe wo ich kann. Da manche Schüler fast so alt sind wie ich, ist es ein bisschen schwer sich durchzusetzen. Gerade die Jungs waren am Anfang etwas aufdringlich. So wurde mir an meinem ersten Tag oft hinterher gepfiffen, nach meiner Handynummer gefragt und ob ich nicht noch ältere Schwestern habe. Das hat sich aber zum Glück mit der Zeit gelegt.

Donnerstags bleibe ich den ganzen Tag im Haus und helfe beim Kochen und Putzen. Am Anfang fand ich das gar nicht toll, aber mittlerweile genieße ich die Ruhe an diesem Tag. Zu Beginn haben mir die Schwestern schon verkündet, dass ich zwei Mal die Woche kochen soll. Wer mich kennt weiß: Ich koche nicht gerne und auch nicht sonderlich gut. Schon beim einfachen Reis kochen war ich überfordert und es kam nicht selten vor, dass ich einfach das Salz vergessen habe, ohne es überhaupt zu bemerken. Das ist mir hier auch schon passiert. Hermana Smiht fand es leider nicht so lustig wie ich. Schließlich einigten wir uns darauf, dass ich die ersten Wochen beim Kochen zu gucke und mit der Zeit mehr Aufgaben übernehme. Das klappt bis jetzt ganz gut!

Nachdem ich am Anfang noch keine feste Beschäftigung für die Nachmittage hatte, hat sich das, durch das viele nervige Nachfragen meinerseits, zum Glück geändert.

An zwei Nachmittagen der Woche arbeite ich jetzt im Kiosk des „Centro Dermatológico“. Dort arbeitet auch die andere Freiwillige Andrea. Ich helfe beim Verkaufen, kochen, Sachen aufräumen oder was es sonst so zu tun gibt. Letzte Woche habe ich sogar das erste Mal eine Kuh gemolken! Das ist gar nicht so einfach, macht aber Spaß. Außerdem assistiere ich zweimal die Woche nachmittags in den Computerklassen des „Colegio Mariano“. Hier können die Kinder ihre Hausaufgaben am Computer erledigen oder lernen beispielsweise mit PowerPoint umzugehen. Zwar kann ich nicht so viel mithelfen, aber es ist besser als nichts zu tun zu haben.

 

Der Kiosk im Centro

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Das

Pause

In den Mittagspausen bleibt Zeit zu waschen, manchmal schlafe ich auch oder genieße einfach die Ruhe.

Außerdem haben Andrea und ich jetzt mit einem Chacarera Tanzkurs angefangen. Zweimal die Woche haben wir jetzt für eine Stunde Unterricht. Bis jetzt können wir nur den Grundschritt, hoffen aber bis zum „Día de la tradición“ mehr zu können.

Mit der Zeit lebe ich mich immer mehr ein und vieles wird einfacher. Nächste Woche findet hier auch ein großes Fest statt, worauf ich mich schon sehr freue. Davon wird natürlich berichtet!

Bis dahin, liebe Grüße!

Marlene